Zahnarzt und AI-Experte Prof. Dr. Frank Setzer in Erlangen
Prof. Frank Setzer / Pennsylvania Univ.
Am Mittwoch, den 10.12.25 hielt der international bekannte Zahnarzt, Endodontologe und AI-Experte Prof. Dr. Frank Setzer einen Vortrag über die Anwendung und Perspektiven artifizieller Intelligenz in der Zahnmedizin. Prof. Setzer stammt aus Erlangen, hat hier in den Neunzigern studiert und promoviert, ist aber seit Langem an der renommierten Universität in Pennsylvania/USA tätig. Er ist dort Leiter des Ausbildungsbereichs Endodontologie, AI ist einer seiner Forschungsschwerpunkte.
Prof. Setzer beschrieb anfangs, wie die Rahmenbedingungen für AI in verschiedenen Ländern ist - bei uns sehr reguliert, in den USA relativ frei -, wie schwierig es ist, die sehr unterschiedlichen Denkweisen unter einen Hut zu bekommen – sehr theorielastige IT-Experten auf der einen Seite und klinisch denkende Zahnärzten auf der anderen Seite -, und dass eine gute Kommunikation zwischen beiden Seiten ein, wenn nicht der Faktor für die Entwicklung einer guten AI ist. Ein weiterer entscheidender Aspekt ist, dass es sehr wichtig ist, die AI mit möglichst hochwertigen Basisdaten zu füttern und zu trainieren. Im negativen Fall wäre das mit „shit in – shit out“ gut und plakativ beschrieben.
Als praktisches Beispiel für die Entwicklung einer AI diente ein Programm zur Erkennung apikaler Läsionen auf Röntgenaufnahmen. Als erster Schritt wurde von Endodontie-Experten die Definition von Zähnen mit bzw. ohne Läsionen auf vorhandenen Röntgenaufnahmen durchgeführt. Danach beschrieb Prof. Setzer, wie die AI lernen musste, die Strukturen dieser Röntgenaufnahmen überhaupt zu erkennen, z. B. wie ein Zahn überhaupt aussieht, wo die Läsion zu erwarten ist und wie sie sich von einem Zahn ohne Läsion unterscheiden lässt. Anschließend muss Version für Version trainiert und verbessert werden. Diese Pionierarbeit im Bereich der Universitäten hat inzwischen schon zur Entwicklung einer – leider nur in den USA - kommerziell erhältlichen Software geführt, die eingegebene 2D- oder 3D- Röntgenaufnahmen selbständig analysiert und diagnostiziert: Eyes of AI. Zum Schluss beschrieb Prof. Setzer, mit welcher rasanten Geschwindigkeit sich dieses Gebiet im Bereich der Forschung entwickelt und quasi im Wochenrhythmus neue Entwicklungen stattfinden. Die Vorlesung – gespickt mit vielen Informationen, die sehr gut strukturiert vorgetragen wurden - hinterließ die Zuhörer gut informiert und fasziniert.




